Mail an Prof. Huber bzgl. einstufigem Finanzsystem

· tar, den 03.05.10 in Finanzsystem, alternative Geldsysteme · Ein Kommentar


Datum: 26.01.2010
Betreff: einstufiges Finanzsystem

Sehr geehrter Herr Professor Doktor Huber,

mein Name ist Mario Schieschnek, ich bin Student der Wirtschaftswissenschaften, genauer Wirtschaftsinformatik, im 3. Semester der TU Chemnitz und befasse mich seit Ende 2005 autodidaktisch mit unserem Geld- & Bankensystem.

Nachdem mir der Vorschlag eines einstufigen Geldsystems, also einer 100% Mindestreservedeckung, bis noch vor 2 Wochen als notwendig zur Stabilisierung des gesamten Finanzsystems erschien, habe ich diese Auffassung anhand der historischen Entstehung von Geld und Zins nun revidiert und möchte Ihnen diese Erkenntnis keinesfalls vorenthalten.

Historisch ist Geld tatsächlich aus der Leihe eines lebensnotwendigen Gutes entstanden - höchstwahrscheinlich handelte es sich dabei um Getreide, da es nicht nur als Nahrung, sondern gleichzeitig als Zwangsabgabe an die Regierung steuerschuldbefreiend war. Es ist aber für den weiteren Verlauf vollkommen egal, um was es sich konkret gehandelt haben mag.

Wichtig ist nur, dass der Verleiher dieses Gutes ein Dokument über eben diese Leihe verfasst hatte. Die dokumentierte Forderung war geboren - und damit das Geld. [weiterlesen...]

Was ist Geld

· tar, den 27.01.10 in Finanzsystem · 21 Kommentare


Kurz und knapp: Geld ist eine dokumentierte Eigentumsforderung.

Ein Unterschied zwischen Geld und Kredit existiert aus meiner Sicht daher nur scheinbar. Ich werde versuchen, dies am Beispiel einer typischen Kreditvergabe zu erklären:

Unternehmer (U) geht zu einer Geschäftsbank (GB) und möchte einen Kredit. Die GB prüft die Bonität des U, also dessen Eigentum und dessen zu erwartenden Eigentumsforderungen (Einkommen), die zu seinem künftigen Eigentum zu zählen sind.

Nach eingehender Eigentumshaftungsprüfung gewährt die GB den Kredit an den U. Damit bucht sie eine "Forderung gegen das Eigentum von U" mit Fälligkeit zum Termin X in ihre Bilanz ein.

Normalerweise (zumindest theoretisch) reicht die GB nun entsprechend eigenes Eigentum an den U weiter, üblicherweise "Forderungen gegen das Eigentum der ZB" (sprich Zentralbankengeld in Form von Bargeld). Der Einfachheit halber (und weil durch den Fortschritt der EDV überwiegend Zahlungen per Geschäftsbankguthaben getätigt werden) - überlässt der U diese "Forderungen gegen das Eigentum der ZB" der GB und erhält im Gegenzug eine "Forderungen gegen das Eigentum der GB", sprich Geschäftsbankguthaben (GBG) bei dieser Geschäftsbank. Damit gewährt der U der GB Kredit, was zunächst einer Forderung mit unbefristeter Fälligkeit (jederzeit abrufbar) entspricht. Diese kann natürlich auch in eine befristete Forderung gewandelt werden (Sparbuch usw.).

Eine heutige, angebliche einfache GB-Kreditvergabe entspricht demzufolge (mittlerweile) einer doppelten Kreditvergabe zwischen GB und dem Publikum. [weiterlesen...]

Global Change 2009 - Ein Vorschlag zur Lösung der Finanzkrise

· tar, den 02.04.09 in Finanzsystem, Video, alternative Geldsysteme, in eigener Sache · 9 Kommentare


Einige haben vielleicht schon das kleine Logo in der rechten Spalte bemerkt. Es symbolisiert ein goldenes Zeitalter, dass durch die unsichtbare Hand der freien Marktwirtschaft eingeleitet wird. Es symbolisiert den Wandel, der nun vor uns liegt.

Dahinter steht ein jahrelanges Projekt, dass zum Einen das derzeitige Finanzsystem bis zur eigentlichen Ursache der jetzigen Krise und darüber hinaus analysiert und mögliche Lösungen herausgearbeitet hat.

Die Zeit drängt - und wir haben uns entschlossen, unser Konzept einer breiten Öffentlichkeit in verständlicher Form zu präsentieren. Dies erschien zunächst als ein Ding der Unmöglichkeit, wo wir uns doch in internen Debatten so an die Fachbegriffe und Definitionen gewöhnt hatten, mit der ein Außenstehender nicht allzuviel anzufangen weiß. Also mussten Bilder her.

Ein Film. Das wäre das Beste. Es wird zwar auch dann noch ein, zwei Fachbegriffe geben, die unklar sind, aber diese und das gesamte Konzept zur technischen Umsetzung der Lösung werden wir textlich zusätzlich zur Verbildlichung niederschreiben - in möglichst verständlicher Form. Es gilt aber, eine Brücke zum Verständnis unseres Finanzsystems zu bilden und die Mauer zu brechen, die die Sicht auf die Ursache der Krise und ein Umdenken bisher verhindert hat.

Es hat, wie gesagt, etwas länger gedauert, aber ein rundes Konzept braucht nunmal seine Zeit. Schaut euch also einfach unseren Film an. Es finden derzeit auch Aufführungen auf dem G20 in London vor Ort statt!

Darin werden die scheinbar überaus komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge einfach und für jedermann verständlich dargestellt. Hinzu kommt ein Lösungsvorschlag für die Rettung aus der Krise, für die die etablierten Wirtschaftswissenschaften keine Erklärung finden! [weiterlesen...]

Wachstum

· tar, den 22.03.09 in Finanzsystem · Kommentieren


Es wird stets gefordert, als Lösung für alles hergenommen und jedes Jahr neu prognostiziert: Wachstum!

Wieso eigentlich? Was ist das überhaupt, was da gefordert wird?

Wachstum ist die Verhältnisbestimmung eines Bestandswertes im Vergleich zum Vorjahr.

Diese Definition gilt für das Bestandswachstum. Es wird aber Wirtschaftswachstum gefordert!

Wirtschaftswachstum ist die Differenz zwischen der Leistung der Vorperiode zur jetzigen Periode.

Ein Wirtschaftswachstum von 2% bedeutet also, dass dieses Jahr insgesamt 2% mehr als im Vergleich zum Vorjahr produziert worden ist.

Wenn wir von einem gleichbleibenden Produkt ausgehen - sich also dessen Produktionswert durch technologischen Fortschritt nicht erhöht hat - dann heißt 2% Wachstum nichts anderes, als dass sich die Produktionsmenge um nunmehr 2% erhöht hat. Es handelt sich also um eine Produktionsmehrung. [weiterlesen...]

Falschaussagen

· tar, den 15.03.09 in Finanzsystem · 4 Kommentare


von Axel

Falsch Richtig
 
1. Kundeneinlagen werden weiterverliehen.

Kundeneinlagen stammen aus Krediten.
2. Sparen ist eine Voraussetzung für Kreditvergaben.

Sparen ist Blockieren von Tilgungen.
3. Die Notenbank hat die Bargeldmenge erhöht. Das Publikum hat mehr Bargeld abgeholt und damit die Bargeldmenge erhöht.

4. Es wird wieder Geld in die Märkte gepumpt. Notenbanken stellen fast alle angefragten Kredite zur Verfügung, die Basisgeldmenge erhöht sich.

5. Es kann nicht mehr Geld aus einer Bank herauskommen, als hineingekommen ist. Es kommt mehr Geld aus einer Bank heraus, als hineingekommen ist.

 

Wenn jeder 50 Milliarden hätte...

· tar, den 14.01.09 in Finanzsystem, Politik · Ein Kommentar


Zufälligerweise schnappte ich neulich mal wieder diesen Standartspruch auf:

Wenn jeder 50 Milliarden hätte, würde keiner mehr arbeiten.

So lautet ja bekanntermaßen die Kernthese der Sozialismus- und Kommunismuskritiker. Man hätte zwar genug Geld, sich alles zu kaufen, aber niemand würde es liefern, da ja alle anderen ausreichend Geld besäßen und sich so keinem Arbeitszwang mehr zu unterwerfen hätten.

Das klingt erstmal ganz logisch. Doch auf den zweiten Blick ist es nichts mehr als eine hohle Phrase, um das bestehende System in irgendeiner Weise zu rechtfertigen.

Zum Einen wissen wir ja schonmal, dass nicht jeder 50 Milliarden haben kann (Guthaben und Schulden hängen schließlich unmittelbar zusammen). Also ist dieses Gedankenmodell in unserer Finanzordnung theoretisch schon völlig unmöglich.

Desweiteren impliziert obige Aussage, dass nur einige 50 Milliarden haben dürften, aber eben nicht alle. So würde das System weiter funktionieren. Wie wir aber auf Grund der gerade gemachten Feststellung erkennen sollten, ist dies ein Trugschluss.

Desweiteren wissen wir auch, dass sich in einem derartigen Falle die Massenkaufkraft schlagartig erhöhen würde und sich das natürlich unmittelbar in den Preisen niederschlägt. Wir kennen diese Entwicklung als (Hyper-)Inflation.

Dies bedeutet also nichts anderes, als dass prinzipiell Hartz4 nun bei 50 Milliarden festgesetzt worden sei und demnach die Mieten in München auf etwa 250 Milliarden ansteigen dürften. Selbstverständlich hinkt dieser Vergleich. Er macht aber hoffentlich klar, wie weit es mit einer solch hanebüchenen Stammtischargumentation her ist.

Die These, dass niemand mehr arbeiten würde, wenn alle in der gleichen Ausgangssituation wären, ist folglich absolut nicht haltbar.

Blick zurück: Horst Seehofer betreffend Positivliste

· tar, den 09.01.09 in Finanzsystem, Politik · Ein Kommentar


Die Positivliste war zuletzt 2003 in Deutschland erfolgreich von der Pharmalobby verhindert worden.

Der damalige Gesundheitsminister und jetzige bayrische Ministerpräsident, sowie Vorsitzender der CSU Horst Seehofer äußert diesen Umstand ziemlich offen und reagiert zur politischen Ohnmacht bezüglich des industriellen Einflusses mit einem Schulterzucken. Welch eine Volksvertretung!

Zitat der Woche

· tar, den 03.12.08 in Finanzsystem · Ein Kommentar


Quelle: initiativevernunft.twoday.net

initiative vernunft: Herr Klaussner, warum wollen Sie ein neues System einführen? Das bestehende System der freien Marktwirtschaft funktioniert bis auf nur im Ausland [aus Schweizer Sicht] und nur in Jahrzehnten wiederkehrenden, system-immanenten Zusammenbrüchen eigentlich sehr zuverlässig...

Mein Auto explodiert alle zwei Wochen, sonst funktioniert es "eigentlich sehr zuverlässig".

Vielen Dank an Sammelleidenschaft!

Wer bekommt die Schuldzinsen?

· tar, den 02.11.08 in Finanzsystem, Politik, Video · 2 Kommentare


Die Staatsverschuldung ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben. Genial erklärt von Georg Schramm. Die Forderungen der Vermögensbesitzer an den Staat werden an deren Erben weitergegeben, also mitnichten eine Belastung der späteren Generationen!

Ralf Becker (INWO) bei N24 zu Finanzkrise und Rettungspaket

· tar, den 21.10.08 in Finanzsystem, Video · Kommentieren


Ralf Becker, Finanzexperte der INWO (Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung), am 20.10.2008 zu Gast bei den 10 Uhr-Nachrichten von N24

Einschätzung des Rettungspaketes/Wachstum von Vermögen und Realwirtschaft - Systematische Lösung: Liquiditätsabgabe - Umlaufsicherung statt Zinsmechanismus - Staatlicher Eingriff & Natürliche Wirtschaftsordnung/Rettungspakt bringt keine langfristige Lösung - Einschätzung weiteren Entwicklung: weitere Vermögensblasen/systemische Korrekturen am Zinssystem nötig

Von INWO.de - mit freundlicher Genehmigung von N24.